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Passing through Studio 54
Tod Papageorge: Central Park (from the series Passing Through Eden 1966 - 1991 – Photographs of Central Park)
Silver gelatin print, 27.9 x 35.6 cm
© Tod Papageorge, Galerie Thomas Zander, Köln

Tod Papageorge »

Passing through Studio 54

Exhibition: – 4 Apr 2014

Thu 23 Jan 18:00

gallery focus21

Beethovenstr. 20
8002 Zürich


closed

Passing through Studio 54
Tod Papageorge, College Football Game (from the series American Sports, 1970, or How we Spent War in Vietnam)
Silver gelatin print, Edition 1 of 2, 27.9 x 35.6 cm
© Tod Papageorge, Galerie Thomas Zander, Köln

Tod Papageorge
"Passing through Studio 54"

Ausstellung: 23. Januar 2014 bis 29. März 2014
Eröffnung: 23. Januar 2014, 18 Uhr

Einführung: Prof. Klaus Honnef. Der Künstler ist anwesend.

«This ridiculous-seeming activity of walking along the street and lifting up a little camera is so powerful, so complicated, and so resistant to being mastered. If I had the choice between doing that and sitting in an office somewhere … Are you kidding?» Tod Papageorge

Im Alter von 22 Jahren beschloss Tod Papageorge Fotograf zu werden. Und das nur, weil er 1962, kurz vor seinem Abschluss in Englisch Literatur an der Universität von New Hampshire, mit dem Werk von Henri Cartier-Bresson in Berührung kam. Papageorge sucht seit Beginn seiner fotografischen Praxis – wie sein Vorbild – nach dem «entscheidenden Moment» – auf der Strasse, im Park oder auch im Club.

1965 zog Papageorge nach New York und fand schnell Zugang zu einer Gruppe von Künstlern, die das Medium der Fotografie neu zu definieren wagten. Zu dieser Gruppe gehörten Fotografen wie Garry Winogrand und Joel Meyerowitz. Winogrand, so berichtet Papageorge, lud zu legendären Gesprächen über Fotografie in sein Apartment ein. «Es war unglaublich», erinnert sich Papageorge, «jeden Sonntag Abend in sein Haus zu gehen und Garry zuzuhören, der über Fotografie nachdenkt wie Sokrates.» Papageorge war fasziniert von Winogrand. Besonders imponierte ihm die Aussage, er fotografiere, um zu sehen wie die Welt auf Fotografien aussieht.

Winogrand, Meyerowitz und Papageorge wurden unzertrennlich. Mehrere Tage die Woche gingen sie der Fifth Avenue entlang und fotografierten. Solche Streifzüge endeten oft im MoMA Café, wo sie 25-Cent-Kaffee tranken und diskutierten. «Wir fühlten die Größe dieses kleinen Mediums – und Tod war der Intellektuellste von uns.», erinnert sich Meyerowitz.

1970 erhielt Papageorge zwei Guggenheim Stipendien und begann an der Hayward University, am Massachusetts Institute of Technology und später an der Yale University School of Art zu lehren. 1979 erhielt er eine Förderung des National Endowment for the Arts. Im selben Jahr wurde er Professor für Fotografie an der Yale University auf dem legendären Walker Evans Lehrstuhl (seat). Es gibt kaum einen grossen amerikanischen Fotografen, der nicht in Yale war. Viele seiner Studenten wie Collier Schorr, Philip-Lorca diCorcia, Gregory Crewdson und John Pilson lehren heute selber an der Yale University.

Passing through Studio 54
Tod Papageorge: Baseball Dugout (from the series American Sports, 1970, or How we Spent War in Vietnam)
Silver gelatin print, Unique print, 27.9 x 35.6 cm
© Tod Papageorge, Galerie Thomas Zander, Köln

«Your work looks like it was made by someone who has never read a book.» Tod Papageorge. Der Fotograf Tod Papageorge war und ist kompromisslos und viele seiner Schüler, die seine vernichtende Kritik überlebten, sind heute angesehene Fotografen.

Seine Strenge und seine Wut scheinen in einem poetischen Verständnis von dem, was ein Foto kann, zu gründen. «Die besten Gedichte sind jene, mit den richtigen Worten in der richtigen Reihenfolge; so sind die besten Fotografien jene, mit den richtigen Objekten in der richtigen Position.», schreibt Papageorge. Er selbst sagt, er habe sich der Fotografie gewidmet, weil er sich dem Schreiben und der Literatur viel näher fühle, als jeder anderen Form der bildenden Kunst. Seit er zum ersten Mal eine Kamera in die Hände genommen hat, gehören für ihn Fotografie und Poesie zusammen, gerade weil sie in ihrer kurzen Form, als unwiederholbarer Augenblick, lustvoll der Gegenwart gegenüber stehen.

Ausserdem publizierte Papageorge Essays über Eugène Atget, Brassaï, Robert Frank, Walker Evans, Robert Adams und seinen engen Freund Garry Winogrand.

2012 erhielt Papageorge den lang ersehnten Lucie Award für Fotografie. Er ist glücklich, die Anerkennung erlangt zu haben. DiCorcia ist überzeugt: «Die Neubewertung der damaligen Zeit hat den Rückblick auf Tods Karriere ermöglicht.»

gallery focus21 feiert die «Wiederentdeckung» von Tod Papageorge mit über 100 Werken und zeigt ihn zum ersten Mal in der Schweiz. Die Ausstellung Passing through Studio 54 zeigt Highlights aus den drei wichtigen Serien Passing Through Eden 1966 - 1991 – Photographs of Central Park, Studio 54, 1977/78, und der gesellschaftskritischen Serie American Sports, 1970, or How we Spent War in Vietnam. Papageorge reiste für die zuletzt erwähnte Serie während des Vietnamkrieges durch Amerika und fotografierte Spiele diverser Nationalsportarten. Mit Passing Through Eden hat Papageorge die Poesie des Central Park in New York ins Bild geholt. Inspiriert von der biblischen Genesis, stehen die Fotografien für den Garten Eden des 20. Jahrhunderts. Studio 54 zeigt, gegenüber der grünen Lagune mitten in der Millionenstadt, Aufnahmen exzessiver Nächte im legendären Nachtclub Studio 54.

Die Serie Studio 54 wird 2014 als Publikation bei Aperture erscheinen.

Alle Bilder sind Leihgaben des Künstlers und des Fine Art Invest Fund. www.faif.ch

Passing through Studio 54
Tod Papageorge: Untitled (from the series Studio 54, 1977/78)
Silver gelatin print, printed in 2013, 50.8 x 40.6 cm
© Tod Papageorge, Galerie Thomas Zander, Köln