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Schöne Neue BRD?
Gabriele und Helmut Nothhelfer: Amerikanische Soldaten auf dem Deutsch-Amerikanischen Volksfest, Berlin 1974
© Gabriele und Helmut Nothhelfer, Courtesy Galerie Thomas Zander, Köln

Schöne Neue BRD?

Autorenfotografie der 1980er Jahre

Aginmar » Wilfried Bauer » André Gelpke » Joachim Giesel » Uwe J. Haack » Roland Kopp » Hans-Martin Küsters » Angela Neuke » Gabriele & Helmut Nothhelfer » Michael Schmidt »

Exhibition: – 29 Jun 2014

Thu 24 Apr 19:00

Museum für Photographie

Helmstedter Str. 1
38102 Braunschweig
Tue-Fri 13-18, Sat/Sun 11-18

Museum für Photographie Braunschweig

Helmstedter Str. 1
38102 Braunschweig

0531-75000


www.photomuseum.de

Tue-Fri 13-18, Sat/Sun 11-18

Schöne Neue BRD?
André Gelpke: Tabu, St. Pauli, aus der Serie Sex-Theater, 1978
© André Gelpke

Schöne Neue BRD?
Autorenfotografie der 1980er Jahre


Eine Ausstellung anlässlich des 30. Geburtstages des Museums für Photographie Braunschweig

Ausstellung: 25. April – 29. Juni 2014
Eröffnung: 24. April 2014, 18 Uhr: Festakt im Städtischen Museum, Steintorwall 14, 38100 Braunschweig;
ab 19.30 Uhr: Ausstellungsbesichtigung mit Umtrunk, Museum für Photographie, Helmstedter Str. 1, 38102 Braunschweig

“The Steinert school is dead!” Lange lebe die Steinert Schule! So müsste man aus dem heutigen Blickwinkel André Gelpkes vehemente Kritik von 1980 an einer am Kommerziellen ausgerichteten Ausbildung an der Folkwangschule für Gestaltung, der ehemaligen Wirkstätte Steinerts wohl folgerichtig ergänzen.

Das Jahr 1979 markiert ein Schlüsseljahr der westdeutschen Fotoszene und Fotogeschichte der Bundesrepublik Deutschland. Mit Klaus Honnefs Schlagwort der „Autorenfotografie“ verdichtete sich in den späten 1970er und frühen 1980er Jahren eine theoretische Matrix (Christoph Schaden 2013), welche die bisherigen Erörterungen und Ausführungen zum fotografischen Medium in Bewegung versetzte. Eindringlich belegt durch Honnefs Ausstellung „In Deutschland“ präsentierte die Schau zahlreiche der wichtigen jungen Fotografen und aufstrebenden Talente der Epoche.

Diese Ausstellung, aber ebenso die vielen anderen zur Kontroverse anregenden fotografischen Ausstellungsprojekte der Zeit, behaupteten die Fotografie nachdrücklich als künstlerisches Ausdrucksmittel im Nachklang der so genannten Mediendocumenta 6. Sie bewiesen gleichzeitig, dass die Steinert Schule alles andere als tot war. Im Gegenteil, die von der wohl charismatischsten Person der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte ausgebildeten jungen Fotografen – wie auch die Absolventen anderer akademischer Fotozentren, die sich gerade etablierten – entwickelten mit der so genannten Autorenfotografie eine neue Stilrichtung und traten nunmehr selbstbewusst als künstlerische Fotografen auf. Mit einer neuen Herangehensweise, die das subjektive Moment der Fotografie als Selektion und Konstruktion von Wirklichkeit mit einer prägnanten Inhaltlichkeit verband, die Fotografie als Analyse der gesellschaftlichen Wirklichkeiten verstand, prägten die beteiligten Fotografen ein neues Verständnis von Fotografie. So ist es verständlich, dass die Faszination, die von den Steinert Schülern ausging, in der gesamten Bundesrepublik Deutschland überaus groß war.

Schöne Neue BRD?
Michael Schmidt: Stadtoberinspektor beim Bezirksamt Wedding, aus der Serie Berlin-Wedding, 1977/78
© Michael Schmidt, Courtesy Berlinische Galerie, Landesmuseum für Moderne Kunst, Fotografie und Architektur

Die sich ausbildende Vielzahl miteinander korrespondierender Fotografen, akademischer Ausbildungszentren und Fotogalerien stehen aber noch für ein weiteres Kapitel bundesdeutscher Fotogeschichte: Das spannungsgeladene Diskursfeld Fotografie inspirierte im Vorfeld und Nachklang der documenta auch die zahlreichen Gründungen fotografischer Sammlungen und Fotogalerien der Epoche. Erst in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre konnte die Fotografie in Westdeutschland als autonomes, gleichberechtigtes künstlerisches Medium etabliert und in den Museen institutionalisiert werden.

Die Ausstellung „Schöne Neue BRD? Autorenfotografie der 1980er Jahre“ bietet einen Einblick in das Werk von zehn wichtigen Positionen aus dem Umfeld der „Autorenfotografen“ und ihr fotografisches Werk der 1970er und 1980er Jahre. Die Ereignisse der Zeit werden in Bezug gesetzt zur Gründung des Hauses als gemeinnütziger Verein im Jahr 1984, die sich somit als eine der vielen maßgeblichen Initiativen der Etablierung und Institutionalisierung der Fotografie verstehen lässt.

Zur Ausstellung erscheint ein begleitender Katalog.

Begleitprogramm

Fotohistorisches Symposium mit Karen Seggelke, Dr. Ulrich Pohlmann, Prof. Dr. Christoph Schaden, Prof. Manfred Schmalriede und Prof. Thomas Weski am Dienstag, den 29.04.2014, 14 – 19 Uhr

Sonderführung mit Inka Schube (Sprengel Museum Hannover) und Dr. Gisela Parak am Dienstag, den 06.05.2014, 19 Uhr und “Von ‘Konzerthaus’ und ‘Okervalley’ – Braunschweig in Zeiten von Strukturwandel und neuer sozialer Bewegungen”, Vortrag von Sabine Ahrens und Frank Ehrhardt, Arbeitskreis Andere Geschichte e.V. Am Dienstag, 27.05.2014, 19 Uhr

„Der alte Film ist tot – wir glauben an den neuen!“ (Autorenfilm und Neues Deutsches Kino), Vortrag von Prof. Dr. Heike Klippel, Institut für Medienforschung, HBK Braunschweig am Mittwoch, 04.06.2014, 19 Uhr

Weitere Termine finden Sie unter www.photomuseum.de

Schöne Neue BRD?
Roland Kopp: Rambach - Nordhessen, aus der Serie Jugend eines nordhessischen Dorfes, November 1982
© Roland Kopp