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Works 1949 - 1960
Harlem 1960 © Saul Leiter

Saul Leiter »

Works 1949 - 1960

Exhibition: – 30 Nov 2013

Fri 20 Sep 12:00 - 18:00

Galerie Springer

Fasanenstr. 13
10623 Berlin

Galerie Springer Berlin

Fasanenstr. 13
10623 Berlin

+49 (0)30-3157220


www.galeriespringer.de

Tue-Fri 12-18, Sa 12-15 +

Works 1949 - 1960
Red Curtain, 1956 © Saul Leiter

SAUL LEITER
WORKS 1949 – 1960

Verlängert bis 30. November 2013!

Galerie Springer Berlin zeigt Fotografien und Zeichnungen des New Yorker Künstlers

Erstmals zeigt die Galerie Springer Berlin in einer Ausstellung den New Yorker Fotografen und Maler Saul Leiter. In Kollaboration mit Fifty One Fine Art Photography werden frühe Farbfotografien, Schwarzweißfotografien und Aquarellzeichnungen präsentiert. Nach einer umfassenden Retrospektive von Saul Leiter im Haus der Photographie der Deichtorhallen Hamburg im Jahr 2012 ist dies die erste Einzelausstellung des Künstlers in Deutschland.

„Saul Leiters Straßenfotografie – damit ist er beispiellos in diesem Genre – ist eigentlich Fotografie gewordene Malerei.“
Mit diesen Worten beschreibt der Fotojournalist Rolf Nobel Saul Leiters fotografische Arbeit eindrücklich. Schon in jungen Jahren begann Saul Leiter zu malen. Dabei sollte er nach dem Willen des Vaters Rabbiner und Schriftgelehrter werden. Doch Leiter widersetzte sich den Plänen des Vaters, zog nach New York. Dort lernte er den Maler und Grafiker Richard Poussette-Dart kennen, der ihn mit der Fotografie bekannt machte, unter anderem mit den Arbeiten von Henri Cartier-Bresson. Saul Leiter begann zu fotografieren, lernte schnell und entwickelte rasch großes fotografisches Können. In einer Zeit, in der die Fotografie meist nur als angewandtes Medium betrachtet wurde, traf der unbeirrbare Autodidakt für sich eine bewusste künstlerische Entscheidung für den Wechsel von der Schwarzweiß- zur Farbfotografie. Mit seinem großen Wissen und seinem Verständnis für die bildende Kunst verstand Saul Leiter sich selbst immer sowohl als Fotograf als auch als Maler.

Unterschiedliche künstlerische Stilrichtungen wie der europäische Impressionismus und Fauvismus, aber auch Formen des Abstrakten Expressionismus verschmelzen in seinen Arbeiten. Er gilt als der Pionier der künstlerischen Farbfotografie. Die flüchtigen Momente seiner Street Photographie – Szenen des New Yorker Lebens, im Vorübergehen festgehalten – kennzeichnen einen großen Teil seiner Arbeit.

Dabei sind sowohl in Leiters Malerei als auch in der Fotografie die Übergänge zwischen Abstraktion und Figurativem aufgehoben. In seinen Farbfotografien tauchen oft große, meist schwarze Flächen auf, die einen überwiegenden Teil des Bildes einnehmen. Ausschnitte und Details bestimmen das Bild. Unschärfen, Verwischungen und Verfremdung durch beschlagene oder gefrorene Fensterdurchsichten und Spiegelungen sind charakteristisch für Leiters farbfotografische Arbeiten.

„Immerhin verfolgte Leiter den Scheideweg zwischen der bildenden Kunst und der damals meist nur als angewandtes Medium betrachteten Fotografie mit der Intuition einer ästhetisch medienübergreifenden Entdeckung. Sie weist ihm heute, im hohen Alter, immer deutlicher eine historische Bedeutung als wegweisendem Experimentator, Innovator und Avantgardisten zu“, würdigt Ingo Taubhorn, Kurator der Retrospektive der Deichtorhallen Hamburg, das Lebenswerk des heute 89-jährigen Künstlers.

Works 1949 - 1960
Package, c. 1960 © Saul Leiter

1952 eröffnete Saul Leiter ein eigenes Studio und verdiente sich seinen Lebensunterhalt mit Modefotografie für Magazine wie „Harper’s Bazaar“ und „Esquire“. Mit dem namhaften Fotografen Richard Avedon befand er sich auf Augenhöhe und wurde bereits 1953 im Museum of Modern Art von Edward Steichen ausgestellt. Gemeinsam mit Arbeiten von Roy de Carava und Leon Levinstein waren seine Bilder in der Ausstellung „Always The Young Stranger“ zu sehen. Nach dieser Zeit wurde es stiller um Saul Leiter. Erst in den 1990er Jahren wurde er von dem renommierten New Yorker Galeristen Howard Greenberg neu entdeckt. „Ich ging davon aus, ich versänke einfach so in Vergessenheit“, so Saul Leiter.

Vom 24. bis 30. Oktober 2013 präsentiert die BrotfabrikKinoBerlin den Dokumentarfilm:
«IN NO GREAT HURRY 13 Lessons in Life with Saul Leiter»
Dokumentarfilm von Tomas Leach, 2012
24. – 30. Oktober 2013, um 19 Uhr
http://www.innogreathurry.com


Über Saul Leiter:
Der 1923 in Pittsburgh, Pennsylvania, geborene Maler und Fotograf verlässt 1946 das Theological College in Cleveland und zieht nach New York, wo er auf den abstrakten Expressionisten Richard Poussette-Dart trifft. Im Jahr 1947 besucht er die Henri Cartier-Bresson-Ausstellung im Museum of Modern Art in New York. Etwa 1948 beginnt er mit der künstlerischen Farbfotografie und wird so einer ihrer Pioniere. Er arbeitet mit  drei verschiedenen Kameras (Auto Graflex Junior, Argus C3, frühen Rolleiflex). Mit der Modefotografie bestreitet der Künstler in den 1950er und -60er Jahren seinen Lebensunterhalt und eröffnet 1952 sein Studio in der East Tenth Street. Die ersten Schwarz-Weiß-Fotografien werden im „Life-Magazine“ veröffentlicht. 1953 nimmt er an der von Edward Steichen kuratierten Ausstellung „Always the Young Strangers“ teil, die im Museum of Modern Art und im Contemporary Photography in Tokio gezeigt wird. Von 1958 bis 1967 arbeitet Saul Leiter für „Harper’s Bazaar“. 1997 und 2005 stellt Howard Greenberg frühe Farbfotografien in seiner New Yorker Galerie aus. Die Deichtorhallen Hamburg widmen Saul Leiter 2012 die weltweit erste Retrospektive. Mit der New Yorker Künstlerin Soames Bantry lebt Leiter bis zu ihrem Tod im Jahr 2002 zusammen. Saul Leiter lebt und arbeitet in New York.

Works 1949 - 1960
Kim, Sunday Morning, The Cloisters, (variant) c. 1947 © Saul Leiter