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Wunden
© Heiner Schmitz

Wunden

Fünf Künstler in fünf Räumen

Michael Horbach » Thomas Karsten » Jaroslav Poncar » Heiner Schmitz » Marcos Zimmermann »

Exhibition: – 20 Aug 2013

Wed 1 May 16:00

Michael Horbach Stiftung

Wormser Str. 23
50677 Köln

Kunsträume der Michael Horbach Stiftung

Wormser Str. 23
50677 Köln

+49 (0)221-29993378


www.michael-horbach-stiftung.de

Wed+Fri 15:30 - 18:30, Sun 11-14

Wunden
© Marcos Zimmermann

Wunden – fünf Künstler in fünf Räumen

Ausstellung: 1. Mai bis 20. August 2013
Eröffnung: am 1. Mai, 16 Uhr

• Jaro Poncar „Afghanistan“, Fotografien
• Marcos Zimmermann, „Argentinien, der Norden“, Fotografien
• Heiner Schmitz, „Entlang der Mauer“, Fotografien aus Palästina
• Thomas Karsten, „60 Bicycles for Uganda“ & „Foundation MUKISA, Uganda“, Fotgrafien, Fotopreis der Michael Horbach Stiftung
• Michael Horbach, Portraits der Künstlerin Pari Moradi.

Die Kunsträume der Michael Horbach Stiftung in Köln zeigen vom 1. Mai bis 20. August 2013 das Ausstellungsprojekt „Wunden – Fünf Künstler in fünf Räumen“. Die Ausstellung vereint vier prominente Fotografen und eine Malerin, die sich auf ihre Weise mit Zuständen des Zerbrechens, der Verwundung auseinandersetzen, sei es in Länder- und Menschenporträts oder in freien Malereien und Zeichnungen. Die großzügigen Räume der Kunststiftung, ein ehemaliges Depot der Kölner Polizeireiter aus dem 19. Jahrhundert, bieten den idealen Rahmen für den Kontrast so unterschiedlicher künstlerischer Positionen. Zeitgleich mit der Ausstellungseröffnung erhält der Fotograf Thomas Karsten den Fotopreis 2013 der Michael Horbach Stiftung.

Wunden
© Jaroslav Poncar

Jaroslav Poncar (*1950 Prag, Tschechische Republik) lebt in Köln, wo er zwischen 1973 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2010 als Professor an der Fachhochschule Köln im Fachbereich Photoingenieurwesen tätig war. Seine zahlreichen photographisch motivierten Reisen führten ihn meistens in den Himalaya und nach Tibet, nach Zentralasien, Indien, Kambodscha und Afghanistan. Als erster Europäer durchquerte er 1985 Tibet in seiner gesamten Ost-West-Ausdehnung. Im Jahr darauf schloss er sich für längere Zeit tibetischen Nomaden an. Als Co-Direktor des German Apsara Conservation Project war er bis 2005 im Rahmen des UNESCO-Programms zur Erhaltung von Angkor für die umfassende Fotodokumentation von Angkor Wat in Kambodscha verantwortlich. Seine Bücher und Kalender wurden mit vielen internationalen Preisen ausgezeichnet und weltweit ausgestellt.

Ein Jahr (2010) lang hat Jaroslav Poncar im Auftrag des Centrums für internationale Migration und Entwicklung das kulturelle Erbe Afghanistans fotografisch dokumentiert. Dabei hat er das Land aus einer differenzierten Sicht kennengelernt, dessen Bild in den Medien und der öffentlichen Wahrnehmung seit Jahrzehnten von Krieg und Gewalt bestimmt wird. Er hatte die seltene Gelegenheit, trotz der oftmals durch die Sicherheitslage erschwerten Arbeitsbedingungen, einen persönlichen Blick auf das Land und seine Kultur werfen zu können, Afghanistans herbe Schönheit mit seinen weiten Steppen, majestätischen Bergwelten und rauen Felswüsten kommt dabei ebenso zum Tragen wie Ansichten der wichtigen kulturellen Zentren und des alltäglichen Lebens der Afghanen.

Marcos Zimmermann (*1950 Buenos Aires, Argentinien) studierte Film am argentinischen Nationalen Institut für Experimentalfilm. Ab 1973 Arbeit als Standfotograf bei verschiedenen Filmproduktionen und als freier Fotograf in Rom, Italien. 1982 Rückkehr nach Argentinien. Seit seiner Rückkehr setzt sich Marcos Zimmermann in der Tradition der klassischen Dokumentarfotografie mit der kulturellen Identität seines Heimatlandes auseinander und ist zu einem der meistbeachteten argentinischen Fotografen geworden. Seine Bilder sind unter anderem vertreten in den ständigen Sammlungen des Nationalmuseums der schönen Künste sowie des Museums für Moderne Kunst in Buenos Aires, dem Kiyosato Museum für Fotografie und dem The Kyushu Sangyo Museum in Japan, dem Museum of Fine Arts in Houston, USA und der Bibliothèque Nationale de Paris. Darüber hinaus besitzen namhafte Stiftungen und Sammler Werke von ihm. Marcos Zimmermann hat bisher zwölf Bildbände über Argentinien veröffentlicht und gewann drei nationale Kunstpreise. Er lebt und arbeitet als Fotograf, Journalist und Romanautor in Buenos Aires. Argentinien, der Norden

Die Michael Horbach Stiftung zeigt im Rahmen der Ausstellung „Wunden“ Werke von Marcos Zimmermann aus dem Projekt „Argentinien, der Norden.“ In beeindruckenden, großformatigen Schwarzweißaufnahmen zeichnet Zimmermann das Panorama einer Welt, in der die Zeit stillzustehen scheint. Der Norden Argentiniens ist, von der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes weitgehend abgekoppelt, von Armut und Landflucht besonders betroffen. Marcos Zimmermann hat diesen Landstrich bereist, um den klassischen Auftrag der Dokumentarfotografie zu erfüllen: Das festzuhalten, was es vielleicht schon bald nicht mehr geben wird.

Prof. Heiner Schmitz (*1940 in Oberhausen) studierte an der Folkwangschule für Gestaltung in Essen Grafik-Design und war in verschiedenen Werbeagenturen als Art Director tätig, bevor er sich Anfang der 1970er Jahre der Fotografie zuwandte. Ein zentrales Thema innerhalb seines Werkes sind Porträts, nicht selten mit interkulturellem Hintergrund und in Verbindung mit Statements der Dargestellten, die er auf zahlreichen Auslandsreisen, aber auch in seiner unmittelbaren Nachbarschaft anfertigt; so zum Beispiel die Serien „Neues China“ (China, 2006), Neun Sprüche“ (China, 2005), „Berber“ (Türkei, 1992) oder „Begegnungen in Eppinghofen“ (Mülheim a.d.R., 2011). Von 1991 bis 2005 hatte Heiner Schmitz eine Professur im Fach Fotografie an der Fachhochschule Dortmund inne. 2009 wurde er mit dem Ruhrpreis für Kunst und Wissenschaft der Stadt Mülheim an der Ruhr ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet in Mühlheim an der Ruhr. Entlang der Mauer, Palästina, 2011

„Entlang der Mauer“ zeigt Porträts von Menschen, die an der rund 700 Kilometer langen Demarkationslinie zwischen Israel und den palästinensischen Gebieten leben. Seit 2004 ist diese Grenze durch eine nahezu unüberwindbare Mauer getrennt, die das Alltagsleben und den Grenzverkehr massiv behindert. Die Schicksale von dort lebenden Menschen hat Heiner Schmitz in ruhigen, konzentrierten Porträts und mit deren eigenen Worten dokumentiert. Aus einem eher abstrakten, akademischen Wissen um die Unmenschlichkeit einer solchen Grenzziehung, kann so beim Betrachten der Bilder unmittelbare Erfahrung werden.

Thomas Karsten (*1985 in Eisenach) verließ, vom DDR-Regime an einer akademischen Ausbildung gehindert, die DDR 1982 in Richtung Westen. 1982 bis 1987 Assistent von Stefan Moses in München. Machte sich seit 1983 mit Porträt- und Aktarbeiten einen Namen und arbeitete unter anderem für Stern, Art, Eltern, Nerve (New York) und Capital. Sein erster Bildband „Thomas – mach ein Bild von uns“ erhielt 1988 den renommierten Kodak Fotobuchpreis. Viele seiner seither erschienenen 17 Buchpublikationen gelten als Ikonen der Akt- und Porträtfotografie. Seine Arbeiten werden in zahlreichen Galerien und Museen des In- und Auslands ausgestellt. Seit rund fünf Jahren ist Thomas Karsten auch als Kameramann aktiv. Sein Kurzfilm „A good catholic girl“ (2011) lief im Programm des Filmfestivals Cannes, sein Langfilm “State Research Bureau” (2010) wurde auf dem Pearl Film Festival mit dem Preis für die beste Kameraarbeit ausgezeichnet. Thomas Karsten ist seit 2010 mit der Uganderin Joanita Karsten (geb.Tusubira) verheiratet und hat seither mehrere Arbeiten in dem ostafrikanischen Land fotografiert, darunter die beiden jetzt prämierten Serien.

Fotopreis 2013 der Michael Horbach Stiftung: 60 Bicycles for Uganda & Foundation MUKISA, Uganda
„60 Bicycles for Uganda“ dokumentiert eine Hilfsinitiative der Michael Horbach Stiftung, nämlich die Verteilung von Fahrrädern an bedürftige Familien in Uganda. In den ländlichen Gebieten Ugandas gibt es keine öffentlichen Transportmittel. Der Besitz eines Fahrrades kann den ugandischen Familien daher die Möglichkeit eröffnen, als Kleinunternehmer tätig zu werden. Sie können mit dem Fahrrad beispielsweise Güter transportieren oder Taxidienste anbieten und sich damit eine eigene Existenz aufbauen.

„Foundation MUKISA“ porträtiert ugandische Mütter mit ihren Kindern, die an einer Behinderung leiden (MUKISA ist der Name einer Stiftung, die sich um dieses Familien kümmert). Kinder, die von einer Behinderung betroffen sind, haben es in Afrika besonders schwer: Es gibt keine Gesetze, die sie schützen. Sie haben keine Rechtsansprüche, ihre Mütter werden häufig der Hexerei beschuldigt. Sie schämen sich für ihre Kinder und verstecken sie vor den Augen der Gemeinschaft. „Mein Anliegen war, diesen Schleier zu lüften und den Frauen und ihren Kindern ein Gesicht zu geben“, so Thomas Karsten.

In den Gesichtern die Schönheit u. Vielfältigkeit der Welt entdecken zu lernen , ist das Lebenselixier von Michael Horbach. Er fotografiert seit 3 Jahren sein Lieblingsmodell, die iranische Künstlerin Pari Moradi. Die Zuneigung spiegelt sich in der Leichtigkeit und Vertrautheit der Bilder zweifelsohne wider. Ungezwungen und ohne Regieanweisungen positioniert und bewegt sich Pari vor der Kamera. Alles geht wie von selbst, es ist wie ein fortdauernder Tanz einer glücklichen Beziehung. "Ich brauche nur den richtigen Bildausschnitt zu wählen und auf den Auslöser zu drücken", stellt der Fotograf fest. Ihre natürliche Schönheit erweckt Sehnsucht nach dem Reinen und Unschuldigen, es ist das, was die Welt besser machen kann und für das es sich lohnt zu leben. Hinter diesem Gesicht verbirgt sich auch eine nachdenkliche, zweifelnde und suchende junge Künstlerin.

1950 als Sohn eines Pflasterers in Aachen geboren, wusste Michael Horbach schon früh, unternehmerischen Erfolg, soziale Verantwortung und kulturelles Interesse in Einklang zu bringen. Seit einigen Jahren ist er Fotograf. Seine Ausbildung hat er unter anderem bei Thomas Karsten genossen. Sein fotografisches Anliegen ist es, dazu beizutragen, das Bild von Schönheit zu verändern. Ihn interessieren nicht Mode, Perfektion oder Künstlichkeit, sondern Natürlichkeit und Echtheit. Heute lebt Michael Horbach abwechselnd in Köln und in St. Maria auf Mallorca.

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© Thomas Karsten
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© Michael Horbach