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Cities Unknown
HG Esch: Chongqing 08

HG Esch »

Cities Unknown

Exhibition: – 20 Sep 2012

Thu 21 Jun 19:00

Henn Galerie

Augustenstr. 54
80333 München

089-523570


www.henngalerie.com

Tue-Fri 13-19 . Sat 11-16

Cities Unknown
HG Esch: Harbin 05

Henn Galerie in München zeigt HG Eschs Fotos von “Unbekannten Städten” in China. Das 21. Jahrhundert wird auch das “urbane” und das “pazifische” Jahrhundert genannt. In Ost-Asien wachsen in galoppierendem Tempo Mega-Städte heran, wie sie die Menschheit noch nie gesehen hat: Nicht eine oder zwei oder fünf, sondern Dutzende. Sie wachsen schnell und konzeptionslos und sind die Heimat von zwei Milliarden Menschen. Sie heissen Guangzhou, Hangzhou, Chongqing, Wuhan oder Chengdu und im Westen gibt es kaum einen, der sie auf einer Landkarte finden würde. Schon heute gibt es in Ost-Asien dreimal so viele Stadtbewohner wie in der ganzen westlichen Welt zusammen. Ihre unglaubliche Dynamik, ihr Raum- und Energiehunger, ihre Jugendlichkeit, ihre Hässlichkeit und die völlige Abwesenheit von Städtebau als gestalterische Disziplin machen sie für Architekten, Planer und Journalisten aus dem Westen gleichermaßen zugleich zu abstoßenden und enorm anziehenden Studienobjekten. Das explosive öknomische Wachstum, dem die neuen „Mega-Städte ohne Namen“ ihre Existenz verdanken, zeigt keine Anzeichen von Abschwächung. Die Umgestaltung der „Altstadt“-Reste ist brutal und schnell. Autofreundliche, formlose Mega-Agglomerationen, die auf dem Verbrauch fossiler Brennstoffe basieren, ergießen sich in die Landschaft und fressen so die Lebensgrundlage, die Agrarflächen. Japan hat vorgemacht, dass die Urbanisierung bei der „Totalstadt“ nicht aufhört. Die Grenzen zwischen Architektur und Städtebau sind ebenso nachhaltig verwischt wie die zwischen Stadt und Land. Quantität schlägt Qualität.

„Cities Unknown“ hat HG Esch seine Fotoserie genannt. Ein frecher Titel. Denn diese Städte sind der Mehrheit der urbanen Menschheit nicht nur wohl bekannt, sie sind ihre Heimat. Es zeugt von unserer Selbstgewissheit und Euro-Zentrierung, dass
wir nicht verfolgen, wo die Musik der Zukunft der Stadt spielt. HG Eschs Fotos zeigen die Städte so, wie sie sind: Gesichtslos, von Smog verhangen, Identitätsarm, radikal heterogen, selbstähnlich bis zur Unkenntlichkeit, und alle frisch in die Landschaft gepflanzt. Eschs Sammlung ist einzigartig und beklemmend und ungemein anziehend zugleich. Hier kann man den neuen Metropolen beim Wachsen zusehen. Für westliche Überheblichkeit ist beim Betrachten kein Platz. Diese Städte haben keine Vorbilder, sie müssen ihre Urbanität der Hyper-Dichte selbst erfinden und sind das Labor der städtischen Zukunft. Sie werden zu Siedlungsbändern, -gürteln und -brei zusammenwachsen und eine „Totalscape“ schaffen, die die Fläche der ganzen Riesen-Nation einnimmt – mit kleinen abgegrenzten grünen Inseln darin: Die totale Stadt. Alle demographischen Vorhersagen sind sich darin einig, dass diese Hyper-Städte nur eine Richtung kennen: Diese Mega-Cityscapes wachsen alle gleichzeitig in den Himmel – für „Architektur“ bleibt da vielfach einfach keine Zeit.

Publikation zur Ausstellung: CITIES UNKNOWN, 186 Seiten mit Texten von Klaus Honnef, Eckard Ribbeck und Raymund Scheffler, Quadriga Verlag, Berlin

Hans Georg Esch, geboren 1964 in Neuwied, absolvierte eine klassische Fotoausbildung. Seit 1989 arbeitet er als freischaffender Architekturfotograf für nationale und internationale Architekturbüros und zählt heute zu den renommiertesten Vertretern seines Fachs. Neben Auftragsarbeiten ist dabei ein eigenständiges Oeuvre freier künstlerischer Arbeit entstanden, in dem Esch seinen Blick auf die gesamte Stadt öffnet. Bekannt wurden seine international ausgestellten und in Buchpublikationen veröffentlichte Serien wie »Megacities« und »City and Structure«. Esch lebt und arbeitet in Hennef/Stadt Blankenberg.

Cities Unknown
HG Esch: Wuhan 06
Cities Unknown
HG Esch: Hangzhou 06 2011, 180 x 120 cm, Edition 5 + 1