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moving surface
Bettina Grossenbacher – weil ich dich anschaue – 5‘33“, Farbe, Ton, CH, 2007 – © Bettina Grossenbacher

moving surface

Internationales Videokunstprojekt

Christoph Brech » Christine Camenisch » Christine de la Garenne » Bettina Grossenbacher » Monika Rechsteiner » Alexander Steig » Jan van der Ploeg »

Exhibition: – 27 May 2012

Fri 11 May 19:00

Künstlerforum Bonn

Hochstadenring 22-24
53119 Bonn

0228-9695309


www.kuenstlerforum-bonn.de

Tue-Fri 15-18, Sat 14-17, Sun 11-17

moving surface
Christine Camenisch – läufer – Loop, Videoinstallation, (6-fach an Raum angepasst), schwarz/weiß, Ton, CH, 2010 – © Christine Camenisch

moving surface

12. Mai bis 27. Mai 2012

Eröffnung: Freitag, 11. Mai 2012, 19.00 Uhr

Grußwort: Martin Schumacher, Kulturdezernent der Stadt Bonn
Eröffnungsrede: Elke Kania, Kunst- und Filmwissenschaftlerin M.A., Universität zu Köln
Kuratoren: Christine Rühmann und Sjaak Beemsterboer
Die KünstlerInnen sind anwesend.

Künstlerforum Bonn und plug_in Bonn
Hochstadenring 22-24, 53119 Bonn
info@plugin-online.de
Öffnungszeiten: Di-Fr 15-18 Uhr, Sa 14-17 Uhr, So 11-17 Uhr
www.kuenstlerforum-bonn.de, www.plugin-online.de

KünstlerInnen
Christoph Brech, München — il ponte
Christine Camenisch / Johannes Vetsch, Basel — läufer
Christine de la Garenne, Berlin — level
Bettina Grossenbacher, Basel — weil ich dich anschaue
Naho Kawabe, Fukuoka/Hamburg — fall, float evenly
Jan van der Ploeg, Amsterdam — warriors
Monika Rechsteiner, Basel/Berlin — wie von selbst / to be continued / o.T.[in transition]
Alexander Steig, Luxemburg/München — kryptós #2.3
Gabriel Studerus, Zürich — bulb




Oberfläche ist Bewegung. Dabei reichen Geschwindigkeit und Grad der Bewegungen von scheinbarem Stillstand und fester Gestalt bis hin zu schnellster Ausdehnung und Auflösung ihrer Struktur.
Oberflächen sind so vielfältig in Form und Ausprägung, wie die Körper, die sie dabei begrenzen, halten, umhüllen. Wo sie brechen, sich öffnen, auflösen oder verschwinden, bietet sich ein Blick ins Verborgene, entdeckt man andere Facetten eines Gegenstandes, schaut man hinter die Kulissen oder schimmert dem Betrachter das Unbekannte, Unerwartete entgegen.
Das Ausstellungsprojekt „moving surface“ widmet sich der Fragestellung, wie lange die Oberflächenspannung einer Geschichte, eines Bildes, einer Form hält, wie dünn die gesellschaftlich-zivilisatorische Oberfläche ist, wann die dahinter und darunter verborgenen Deutungsebenen und Ungewissheiten an die Oberfläche drängen, welchen Weg sie dabei beschreiten und welche Resultate diese Bewegung mit sich bringen kann. Dazu lenkt das Projekt den Blick auf bewegte Projektionsflächen, in deren Rahmen die künstlerischen Beiträge dieser Thematik unterschiedliche Aspekte abgewinnen, sie formal ausloten und zu je eigenen, überraschenden, irritierenden Umsetzungen gelangen.


Die ästhetische Vielfalt dieser Oberflächenbewegungen und -untersuchungen reicht von den geheimnisvoll filmischen Ansätzen der Arbeit „bulb“ von Gabriel Studerus über das abstrakt konstruktivistische Video „warriors“ von Jan van der Ploeg bis zu Christine Camenischs „läufer“, der physische wie psychische Bewegungen im öffentlichen Raum exerziert. Im Unterschied zur allgegenwärtigen Lichtreklame zweckfrei, von der Künstlerin als nicht narrativ, aber durchaus als theatralisch verstanden, gelingt es ihr, für den bloßen Moment der Erscheinung die Materialität einer Wand und ihrer Oberfläche aufzulösen, sie zur diaphanen Leinwand zu machen oder gar in einen „unverhofft leuchtenden, dehnbaren Körper“ zu verwandeln.
Das Video „Weil ich dich anschaue“ von Bettina Grossenbacher schildert ein subtiles Protokoll zwischenmenschlicher Beziehungen. Es zeigt uns die Schwierigkeiten menschlicher Kommunikation, die durch die epidemische und emotionale Begrenzungsfläche des Körpers getrennt wird.
Die Nachtaufnahme eines Schneesturms verändert sich in eine abstrakte Oberfläche sich bewegender roter, grüner und blauer Punkte. In ihrer Videoarbeit „fall float evenly“ reflektiert Naho Kawabe das Medium Video und seine Eigenheiten innerhalb der künstlerischen Produktion.
Oberflächenspannung und seine Reflektionen sind die Entstehungsfaktoren der zeichenhaften Videoarbeit „KRYPTÓS #2.3“ von Alexander Steig. Was zunächst wie ein physikalisches Experiment mit Licht, Luft und Wasser anmutet, erzeugt eine subtile Closed-Circuit Videoinszenierung. Das Videobild zeigt dabei im halbsekündlichen Wechsel neue Ansichten grafisch anmutender Formationen weißer Linien in jeweils unterschiedlicher Anordnung vor tiefschwarzem Hintergrund.
In den Videoarbeiten von Monika Rechsteiner gleitet die Kamera über verschiedene Oberflächen, verstillte industrielle Räume und verlassene Stadtansichten. Die ansatzlos montierte Bildfahrt ist ungebrochen. Kaum merkliche irreale Veränderungen und Verschiebungen führen zu einer Verunsicherung ob des Realitätsgehaltes der Bildebene.



Christoph Brechs Arbeit „Il Ponte“ zeigt einen schütteren Strom von Menschen und Fahrzeugen, die sich über eine Brücke bewegen. Im Gegenlicht der einsetzenden Dämmerung erscheinen die Menschen wie ihr eigener Schatten. In zunächst irreleitender Weise spiegelt sich die Szene im langsam dahin ziehenden Fluss. Ein scheinbar vertrautes Bild, doch verseht es der Künstler, gerade das verführerisch Alltägliche dergestalt einzufangen, dass beim Betrachter der Wunsch erwächst, die Oberfläche dieser anonymen Situation zu durchdringen.
Christine de la Garenne arbeitet mit den Abbildern eines wissenschaftlichen Geräts. Auf dessen Oberfläche bewegen sich „fahrende” Wellen, die scheinbar durch das begleitende Geräusch erzeugt werden. Die Videoarbeit „level“ thematisiert das Phänomen der Wahrnehmung. Sie erzählt von einer Welt, die sich hinter der parametrisierten Oberfläche der Dinge verbirgt.
Titel und Motiv der Videoinstallation „warriors“ finden ihren Ursprung im malerischen Werk van der Ploegs, das durch die Weiter- und Überführung in ein zeitbasiertes Medium einen eigenen Ansatz innerhalb seiner Arbeit bildet; dabei wiederholen sich kontrastierend positive und negative Bildelemente im Rhythmus elektronischer Beats.

moving surface
Christoph Brech – il ponte – 7‘35“, Sound, Farbe, IT, 2011 – © Christoph Brech
moving surface
Christine de la Garenne – level – 3‘222“ Loop, Farbe, Ton, D, 2002 – © Christine de la Garenne