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Fotografien 1980-2010
Hans-Christian Schink, A 20, Peenebrücke Jarmen, 2002, Serie “Verkehrsprojekte Deutsche Einheit” © Hans-Christian Schink, courtesy Galerie Rothamel Erfurt/Frankfurt a.M. und Galerie Kicken Berlin

Hans-Christian Schink »

Fotografien 1980-2010

Exhibition: – 3 Oct 2011

MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst

Philosophenweg 55
47051 Duisburg

MKM Museum Küppersmühle

Philosophenweg 55
47051 Duisburg

0203-30194811


www.museum-kueppersmuehle.de

Wed 14-18, Thu - Sun 11-18

HANS-CHRISTIAN SCHINK – FOTOGRAFIEN 1980 BIS 2010

Mit Hans-Christian Schink (*1961 Erfurt) präsentiert das Museum Küppersmühle einen der bedeutendsten deutschen Fotografen der Gegenwart. Rund 100 Fotografien aus drei Jahrzehnten sind vom 1. Juli bis 3. Oktober zu sehen, vielfach im großen Format. Gemeinsam mit dem Künstler hat Kuratorin Simone Förster zentrale Arbeiten aus den wichtigsten Serien ausgewählt. Erstmals wird im MKM auch das Frühwerk ausführlich gezeigt. Die Duisburger Schau, eine Kooperation mit der Klassik Stiftung Weimar, ist die bislang umfangreichste Ausstellung Schinks und macht die vollständige Entwicklung seiner klaren und eindringlichen künstlerischen Handschrift der Jahre 1980 bis 2010 anschaulich.

„Das Geschenk meines Lebens“, sagt Hans-Christian Schink, „war vermutlich eine simple Rollfilmkamera, die ich zu meinem 7. Geburtstag bekommen habe“. Die frühe Initialzündung führte ihn 1986 zum Fotografie-Studium an die renommierte Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig, wo er von 1991 bis 1993 Meisterschüler war. Heute sind die Werke des gebürtigen Erfurters, der in Leipzig lebt und für seine Bildserien regelmäßig um den Globus reist, weltweit in öffentlichen und privaten Sammlungen vertreten, auch in der Sammlung Ströher im MKM.

Von Beginn an arbeitet Schink konsequent in Serien, zum Teil über mehrere Jahre. Ein Fokus seines Interesses liegt auf den Übergängen zwischen Stadt und Land, den Schnittstellen zwischen Zivilisation und Natur und der Manifestation menschlichen Bau- und Ordnungswillens in der Landschaft. Weitere Schwerpunkte sind die Auseinandersetzung mit der fotografischen Wiedergabe von Lichtphänomenen und -stimmungen und die Abbildbarkeit der Realität durch das Medium Fotografie. Der Künstler nutzt in diesem Zusammenhang die dem Material immanenten Möglichkeiten wie extreme Vergrößerung (und daraus folgende Grobkörnung des Motivs) oder Solarisationseffekte.

Allerdings verändert der Künstler die Wirklichkeit nicht. Er interpretiert sie aus dem Blickwinkel des scheinbar neutralen Beobachters und reizt sie teilweise bis an ihre Grenzen aus. Internationale Aufmerksamkeit erlangte er in den 1990er Jahren mit der Serie „Verkehrsprojekte Deutsche Einheit“, die die gewaltigen Eingriffe in die ostdeutsche Landschaft der Nachwendezeit dokumentiert. Preisgekrönt wurden zuletzt seine fast unwirklich anmutenden Solarisationen der Reihe „1h“, in der die Sonne durch überlange Belichtung scheinbar vom weißen Rund zum schwarzen Stab wird und Schink das Paradox gelingt, ein für das Auge eigentlich unsichtbares Phänomen im Bild zu bannen.

Seine Motive findet er sowohl in der nahen Umgebung, zunächst im Osten Deutschlands, und bald auch auf gezielten Reisen über die ganze Welt, von Nordkorea über die USA bis in die Antarktis. Dabei ist Schink gerade nicht auf der Suche nach „exotischen“ Perspektiven, sondern setzt sich intensiv der Umgebung aus, bis sich Motive herauskristallisieren, die fernab gewohnter Pfade und Blicke liegen. „Obwohl Hans-Christian Schink Landschaften, Architekturen und Städte fotografiert und die notwendigen fotografischen Mittel exzellent beherrscht“, so T.O. Immisch in seinem Katalogbeitrag, „ist er kein Landschafts-, Architektur- oder Stadtfotograf, weil er anhand dieser Gegenstände und Themen etwas sichtbar macht und zeigt, was über sie hinaus- und durch die hindurchgeht.“


HANS-CHRISTIAN SCHINK – PHOTOGRAPHS 1980 TO 2010

"The best present of my life was most probably the simple role-film camera I received for my seventh birthday", recalls Hans-Christian Schink, one of Germany's leading contemporary photographers. The works by the Erfurt-born photographer, who today lives in Leipzig and who regularly travels the globe to create his photo-series, are represented in public and private collections worldwide. His photographs are also on view in the MKM's presentation of the Ströher Collection since many years.

The MKM is now showing the most comprehensive exhibition to date of works by Hans-Christian Schink whose oeuvre has wielded a crucial impact on German photography. Approximately 100 large-format works afford an illuminating insight into his output until the present day, and impressively chart the development of his own distinct artistic signature. For the first time, the MKM is exhibiting a selection of photos from the early 1980s and from the artist's student days.

Schink began his study of photography at the renowned Academy of Visual Arts in Leipzig in 1986 where he was a master-class student from 1991 to 1993. From the very outset Schink worked with series. A key thrust of his oeuvre is his exploration of the transition between the urban and the rural, nature and culture and architectural intervention in the landscape. A further pre-occupation is the photographic rendering of light phenomena and moods. Schink finds his motifs both in his immediate environs, initially in eastern Germany, and also on his carefully planned journeys across the world, from North Korea, via the USA to the Antarctic. His main objective is not the representation of exotic motifs, but the portrayal of the interface and the dialogue between anthropogenic structures and the natural landscape.

The artist first commanded worldwide attention with the series "Verkehrsprojekte Deutsche Einheit" ("Traffic Projects German Unity", 1995-2003). Here he addressed the radical transformation of the landscape through the expansion of the motorway and rail network in eastern Germany. The award-winning series "1h" (2002-2010) unites diverse aspects of his oeuvre: the interest in natural phenomena and light situations and his reflection on the possibilities of depicting reality through the medium of photography. Schink photographs the sun at various locations throughout the world, using exposure times of one hour. The resulting images render visible an unreal depiction of reality and confront the viewer with a nature suspended between imagination and representation.

Fotografien 1980-2010
Hans-Christian Schink, 2/26/2010, 7:54 am-8:54 am, S36° 49.622’ E 175° 47.340’, 2010, Serie “1h” © Hans-Christian Schink, courtesy Galerie Rothamel Erfurt/Frankfurt a.M. und Galerie Kicken Berlin
Fotografien 1980-2010
Hans-Christian Schink, Seehausen, 1996, Serie “Wände” © Hans-Christian Schink, courtesy Galerie Rothamel Erfurt/Frankfurt a.M. und Galerie Kicken Berlin
Fotografien 1980-2010
Hans-Christian Schink, Ba Be (1), 2005, Serie „Vietnam“ © Hans-Christian Schink, courtesy Galerie Rothamel Erfurt/Frankfurt a.M. und Galerie Kicken Berlin