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Zeichungen des Lichts
Charles-François Daubigny: Le bouquet d'aunes (Das Erlengebüsch), 1862
© Staatliche Kunstsammlungen Dresden, Kupferstich-Kabinett

Zeichungen des Lichts

Clichés-verre von Corot, Daubigny und anderen aus deutschen Sammlungen

Exhibition: – 3 Sep 2007

Kupferstich-Kabinett

Residenzschloss, Taschenberg 2
01067 Dresden

Staatliche Kunstsammlungen Dresden

Residenzschloss, Taschenberg 2
01067 Dresden

0351-49142000


www.skd.museum

Wed-Mon 10-18

Die Ausstellung Zeichnungen des Lichts ist einer ganz besonderen künstlerischen Technik gewidmet, die als eine in Vergessenheit geratene Sonderform der Graphik neu zu entdecken ist: das Cliché-verre. Erfunden in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, verband sich im Cliché-verre ein klassisches Radierverfahren mit der damals neuartigen photographischen Vervielfältigung. Man bedeckte eine Glasplatte mit einer lichtundurchlässigen Schicht, in die mit verschiedenen Instrumenten hineingezeichnet wurde. Das solcherart hergestellte Negativ wurde anschließend im Sonnenlicht auf lichtempfindliches Papier kopiert. So entstand ein photographischer Abzug, ohne dass eine Kamera beteiligt gewesen wäre. An sich als Mittel zur Kunstreproduktion gedacht, avancierte das Cliché-verre schnell zum künstlerischen Ausdrucksmittel an sich, Frankreich spielte hier eine zentrale Rolle. Es waren vor allem Camille Corot und Charles-François Daubigny, die dieses Verfahren in Zusammenarbeit mit Photographen für sich entdeckten, aber auch Eugène Delacroix, Jean-François Millet oder Théodore Rousseau experimentierten damit. Einem breiteren Publikumskreis wurde das Cliché-verre erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts bekannt, hier setzt auch die museale Rezeption des Mediums ein. Die insgesamt 25 Clichés-verre von Corot und Daubigny umfassende Sammlung des Kupferstich-Kabinetts, mit deren Aufbau im Jahr 1909 begonnen wurde, ist dafür exemplarisch. Ausgehend von diesem Kapitel Dresdner Sammlungsgeschichte wird die Ausstellung mit Leihgaben aus den wichtigsten deutschen graphischen Sammlungen einen Überblick über den Bestand an französischen Clichés-verre des 19. Jahrhunderts in deutschen Museen geben. Abseits des Kunstzentrums Paris entstanden, zeigen die Blätter vor allem Landschaften und Aspekte ländlichen Lebens in der Auffassung einer Paysage intime. Über die Kombination mit Radierungen und französischer Landschaftsphotographie der Zeit sollen sowohl die ikonographischen Bezüge verdeutlicht als auch die beiden Verfahren gezeigt werden, deren technische Symbiose das Cliché-verre bedeutet. Der spezifische Reiz dieses Verfahrens liegt darin, dass es sich der einfachen Klassifizierung entzieht so wirft es Fragen nach Original und Reproduktion, nach künstlerischem Anteil und technischem Charakter auf, die auch heute noch aktuell sind.

Zeichungen des Lichts
Jean-Baptiste Camille Corot: Le songeur (Der Träumer), 1854
Zeichungen des Lichts
Jean-Baptiste Camille Corot: Le petit berger (Der kleine Hirte), 1855