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Nathalie Grenzhaeuser »

Von Welten und Werken

Exhibition: – 30 Apr 2007

Galerie Anita Beckers

Braubachstr. 9
60311 Frankfurt (Main)

+49 (0)69-92101972


www.galerie-beckers.de

Tue-Fri 11-18, Sat 12-17

Die Ausstellung "Von Welten und Werken" der Künstlerinnen Nathalie Grenzhaeuser (geb. 1969, Stuttgart) und Séverine Hubard (geb. 1977, Lille) vereint zwei zeitgenössische Positionen, die sich in unterschiedlichen Medien mit Land- und Stadtraum auseinandersetzen. Die Fotografin Nathalie Grenzhaeuser zeigt die neue Serie "Die Konstruktion der Stillen Welt", entstanden während einer zweimonatigen Reise auf dem arktischen Inselarchipel Spitzbergen, während sich die Bildhauerin Séverine Hubard mit einer vor Ort erarbeiteten Installation dialogisch auf den Ausstellungsraum und die Fotografien Grenzhaeusers bezieht. Die Künstlerin Nathalie Grenzhaeuser setzt sich mit der Wahrnehmung von Landschaftsräumen auseinander. Wüsten, menschenleere Industrielandschaften, verwaiste Stadt- und Landräume sind immer wiederkehrende Sujets, in denen die Künstlerin das Verhältnis von Mensch und Natur auszuloten sucht. Die "Leere" und scheinbare Kargheit dieser Landschaften, die einem Dialog zwischen Assoziation und Erinnerung Raum geben, sind wesentlich für die Arbeit Grenzhauesers. Das Ausgangsmaterial für ihre Fotografien findet die Künstlerin auf Reisen. Meist fotografiert Grenzhaeuser Orte, die aufgrund ihrer prägnanten Gestalt und Geschichte bekannt sind und durch ihre Beschaffenheit an Film- oder Bühnenkulissen erinnern und durch ihre Geschichte symbolisch aufgeladen sind. Oftmals sind dies sehr fragile Landschaftsräume (Arktis), die sich kulturgeschichtlich im Wandel befinden. Wenn auch sehr realistisch anmutend, vermitteln die Fotografien kein dokumentarisches Bild. Die Arbeiten entstehen vielmehr in einem Prozess, welcher der Arbeitsweise eines Malers verwandt ist; ausgehend von verschiedenen fotografischen Skizzen werden einzelne Momente und Bildteile einer Landschaft mittels digitaler Bearbeitung miteinander verwoben und teilweise frei erfunden. In vielen Arbeitsschritten transformiert sich so der "Ursprungsort"; es entsteht ein neuer Ort von besonderer Qualität. Grenzhaeusers Fotografien zeigen eine Welt, die der realen zwar verwandt ist, aber wie eine Traum- oder Parallelwelt erscheint. Die neue Serie "Die Konstruktion der Stillen Welt" thematisiert den arktischen Landschaftsraum. Die Arbeit nimmt Bezug auf die Geschichte des Kohlebergbaues, die Veränderung des arktischen Landschaftsraumes sowie seiner kulturgeschichtlichen und emotionalen Bedeutung. Die Bildhauerin Séverine Hubard ist durch raumgreifende Installationen und Interventionen in Ausstellungs- und Stadtraum bekannt geworden. Die Künstlerin setzt sich in ihren modellhaften, futuristisch anmutenden Miniaturstädten mit vorhandener Architektur auseinander und bezieht sich auf den sie umgebenden Stadtraum. Die Künstlerin thematisiert in ihren Arbeiten die künstliche Transformation der Welt durch die (baulichen) Eingriffe des Menschen in die Natur, die schwerlich aufzuhalten, noch reversibel sind. Der von Séverine Hubard konstruierte Stadt- und Landschaftsraum ist nicht für den Menschen geschaffen; die glatten weißen Oberflächen gewähren keinen Einlass. Natürlichen Lebensformen bietet Hubards Modulwelt keinen "Lebensraum". Die hybriden Konstruktionen Hubards erscheinen durch ihre geometrische, modulartige Silhouette gleichsam ästhetisch, tragen jedoch die Replikation in sich: die "Gefahr", im Ausstellungsraum zügellos zu wuchern und diesen zu übernehmen. Hubard benutzt für ihre Installationen ausrangierte Türen und Fenster, verwendet Möbelfronten, Regalbretter, Holzplatten und Leisten, die sie dann in präzise konstruierten Modulen zu Miniaturstädten zusammenfügt. Durch die geometrische Anordnung der unterschiedlichen Elemente entsteht eine Spannung zwischen Ordnung und explosivem Chaos, Zerstörung und Konstruktion. Die Künstlerin integriert Fundstücke der Alltagswelt, nichtkünstlerische Materialien in ihre Arbeiten, die gleichsam chaotisch und mathematisch berechnet wirken und an dadaistische Werke, beispielsweise an Schwitters "Merzbau", erinnern. In der Ausstellung "Von Welten und Werken" entwickelt die Künstlerin in situ eine Installation, die sich mit der Veränderung des Ausstellungsraumes auseinandersetzt und dadurch mit den Fotografien Nathalie Grenzhaeusers interagiert.