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Berlin in Bildern
Sasha Stone
Warenhaus Wertheim 1927/28
© Serge Stone

Sasha Stone »

Berlin in Bildern

Exhibition: – 11 Mar 2007

Berlinische Galerie

Alte Jakobstr. 124-128
10969 Berlin

+49 (0)30-78902600


www.berlinischegalerie.de

Mon, Wed-Sun 10-18

Sensationelle Entdeckung: Sasha Stone Berlin in Bildern Im Rahmen des Europäischen Monats der Fotografie zeigt die Berlinische Galerie vom 28. Oktober 2006 bis zum 11. März 2007 erstmalig 67 der verloren geglaubten Bilder von Sasha Stone über das Berlin der späten zwanziger Jahre. Seit dieser sensationellen Entdeckung bei einem Österreichischen Privatsammler bemüht sich die Berlinische Galerie darum, die 78 Bilder anzukaufen. Kalender Aus diesem Anlass produzieren wir einen Jahreskalender für 2007 mit 13 Motiven von Sasha Stone. Für 19,80 EURO ist er vom 27. Oktober an in der BG im Museumsshop Wasmuth oder unter ISBN 3-927873-97-7 erhältlich. Vom Verkauf gehen 16,00 EURO in den Spendentopf für den Ankauf. Aber auch darüber hinaus, sind wir für jede Spende dankbar. Diese kann unter dem Kennwort: Sasha Stone bei der Berliner Sparkasse auf das Konto der BG mit der Nr. 1130019094, BLZ 100 500 00 eingezahlt werden. Auf Wunsch erhalten Sie eine Spendenbescheinigung. Sasha Stone Berlin in Bildern "Berlin in Bildern" ist der Titel eines Fotobuches, das 1929 bei dem Wiener Verlag Dr. Hans Epstein in der Reihe "orbis urbium" erschien. Die Aufnahmen stammen von Sasha Stone, dem Avantgardekünstler und Fotografen, der sich seit 1924 in der Berliner Kunstszene einen Namen gemacht hatte und heute zu den bedeutendsten Fotografen seiner Zeit gerechnet wird. Doch seit dem Erscheinen des Buches wurden weder die Originalfotografien, die als Druckvorlagen für das Buch gedient hatten, noch andere Abzüge dieser Motive aufgefunden; sie galten als verschollen. Dies war um so bedauerlicher, als nur noch ein kleiner Teil des künstlerischen Werkes von Sasha Stone erhalten ist und weil gerade diese Stadtfotografien in ihrer Zeit einen bis dahin ungewohnten Blick auf Berlin zeigen. Das Neue an dieser Publikation, die zu den frühesten von Text- und Bildautor als Erzählung konzipierten Berlin-Fotobüchern zählt, ist die Akzentuierung des Alltagslebens – wozu vor allem die den Stadtraum bevölkernden Menschen gehören, aber auch Motive wie U-Bahn, Heizkraftwerk, Hafen und Funkturm. Für Stone war die Stadt ein lebendiger Organismus, und so band er selbst die repräsentativsten Bauwerke in das vielfältige Beziehungsgefüge des Stadtraumes ein. Obwohl der Siedlungsbau (nach Entwürfen der in Berlin zahlreich vorhandenen Protagonisten des "Neuen Bauens"), und auch die Parks und der Erholungsraum an den Randlagen der Stadt nicht ausgespart blieben, konzentrierte sich die Bildauswahl auf die historische Mitte, nicht auf das gründerzeitliche Berlin des späten 19. Jahrhunderts. Bemerkenswert ist, dass die Konzeption für dieses Buch in Zusammenarbeit mit dem Kunst- und Architekturkritiker Adolf Behne entstand. Was in seiner Einleitung zu "Berlin in Bildern" nicht deutlich wird, ist, dass er als Parteigänger der neuen Architektur und radikaler Modernist das Existenzrecht vieler der hier abgebildeten historischen Bauten durchaus bezweifelte. Aber das Buch sollte erklärtermaßen ein aktuelles Bild der Stadt vermitteln, – und als Grundlage für eine zeitgenössische Diskussion um Berlins städtebauliche Zukunft dienen. Denn zu diesem Zeitpunkt war Berlin nicht irgendeine Großstadt, sondern galt weithin als Modell moderner Weltstadt-Planung und Hauptstadt des "Neuen Bauens". In Stones Bildern erlebt man Berlin als eine in Traditionen verankerte Stadt mit repräsentativen Bauten einerseits und als stark verändernde Zukunftswerkstatt andererseits. Als im Rahmen der Eröffnung des "Europäischen Monats der Fotografie" 2004 in Wien der Berliner Ausstellungskurator Thomas Friedrich in seiner Rede auch die als verschollen geltenden Stadtaufnahmen von Sasha Stones erwähnte, erfuhr er im Anschluss von dem Wiener Sammlerehepaar Monika und Hans Schreiber, dass sie im Besitz von achtundsiebzig dieser Aufnahmen seien, die sie bereits im Jahre 1990 von einem Antiquitätenhändler erworben hatten. Da der größte Teil des künstlerischen Werkes von Sasha Stone im Zusammenhang mit seiner Flucht vor den anrückenden deutschen Truppen 1940 verloren ging, ist das ein außerordentlich bedeutender Fund. Ausgehend von der augenblicklichen Quellenlage lässt sich der Weg der Bilder nur ansatzweise rekonstruieren. Dass es sich bei diesen Aufnahmen allerdings um die originalen Druckvorlagen für "Berlin in Bildern" handelt, ist durch die üblichen Druckervermerke auf den Rückseiten der Bilder und durch allerhand andere Gebrauchsspuren belegt. Dem Sammlerehepaar wurden die Bilder in einem unscheinbaren, stark zerschlissenen DIN A4-Umschlag angeboten, auf dem der handschriftliche Vermerk "Sasha Stone – Berlin in Bildern" den Anschein erweckt, dass es sich dabei um genau den Umschlag handelt, in dem die Bilder schon im Verlag Dr. Hans Epstein aufbewahrt wurden. Vermutlich hatte der Verleger die Bilder in Besitz genommen und sie so vor der Vernichtung bewahrt. Nach dem frühen Tod von Hans Epstein im Februar 1932 in Wien, übernahm Dr. Rolf Passer den Verlag, bevor er 1938 nach dem "Anschluss" Österreichs als "Judenverlag" arisiert wurde. Nach dem Krieg verlieren sich die Spuren des Verlages. Was nach dem Ableben von Hans Epstein mit den Stone-Bildern geschah und wie diese in den Besitz des erwähnten Antiquitätenhändlers gekommen sind, ist nicht mehr festzustellen. Von den erhaltenen achtundsiebzig Fotografien sind vier, wie auch im Buch angegeben, nicht von Sasha Stone. Eines zeigt das Denkmal des Großen Kurfürsten, bei drei weiteren handelt es sich um Fliegeraufnahmen, die offensichtlich bestimmte städtebauliche Situationen aus der Vogelperspektive veranschaulichen sollten. Weiterhin gibt es von sechs Motiven jeweils zwei unterschiedliche Vergrößerungen. Obwohl bisher ein endgültiger Nachweis dafür fehlt, kann man davon ausgehen, dass alle Aufnahmen von Sasha Stone zwischen 1927 und 1928 entstanden. Von besonderem Interesse ist aber, dass sich unter den Aufnahmen vierzehn Bilder befinden, die nicht in das Buch aufgenommen wurden. So lässt sich im Vergleich zu den sechsundneunzig Abbildungen des Buches nachträglich rekonstruieren, welche voneinander abweichende Interessen der Fotograf und sein Verleger bei der Bildauswahl verfolgten. So scheinen Hans Epstein einige Aufnahmen aus dem Umland, Bilder eines Parks, einer Hochbahnbrücke und die Innenaufnahme einer Tanzschule vernachlässigenswert, weil sie von der Konzentration auf die belebte Innenstadt ablenkten. Als wir von der Berlinischen Galerie von dieser außergewöhnlichen Entdeckung erfuhren, bemühten wir uns darum, diese Fotografien in unserem Museum auszustellen. Der Großzügigkeit von Monika und Hans Schreiber ist es zu verdanken, dass die Bilder jetzt erstmals im Rahmen des "Europäischen Monats der Fotografie" vom 28. Oktober 2006 bis 11. März 2007 in unserem Hause zu sehen sein werden. Aber damit nicht genug. Monika und Hans Schreiber haben sich darüber hinaus bereit erklärt, der Berlinischen Galerie die achtundsiebzig Bilder zum Kauf anzubieten. Damit könnten die Arbeiten an den Ort ihrer Entstehung zurückkehren und kämen in eine bedeutende fotografische Sammlung, die bereits ein kleines Konvolut hervorragender Fotografien von Sasha Stone besitzt. Der Druckerei Heenemann danken wir für die freundschaftliche Zusammenarbeit und die großzügige Unterstützung bei der Produktion dieses Kalenders. Mit seinem Erwerb unterstützen auch Sie den beabsichtigten Ankauf der Original-Fotografien für die Berlinische Galerie. Ulrich Domröse Leiter der Fotografischen Sammlung der Berlinischen Galerie

Berlin in Bildern
Sasha Stone
Dom, 1927/1928
© Serge Stone
Berlin in Bildern
Sasha Stone
Blumenfrauen am Potsdamer Platz 1927/28
© Serge Stone
Berlin in Bildern
Sasha Stone
Altes Museum, 1927/28
© Serge Stone