Hier können Sie die Auswahl einschränken.
Wählen Sie einfach die verschiedenen Kriterien aus.

eNews

X





Wüstungen – Geschleifte Orte an der innerdeutschen Grenze
Anne Heinlein, Gross Grabenstedt I, Altmarkkreis Salzwedel, erstmals urkundlich erwähnt: 1291, gewüstet: 1986

Wüstungen – Geschleifte Orte an der innerdeutschen Grenze

Göran Gnaudschun » Anne Heinlein »

Buchvorstellung:

Wed 25 Jan 19:00

HAUS am KLEISTPARK

Grunewaldstr. 6-7
10823 Berlin

+49 (0)30-902776964


www.hausamkleistpark.de

Tue-Sun 11-18, Thu 11-20

Künstlergespräch und Buchvorstellung mit Marion Brasch: Mittwoch 25.1.2017, 19 Uhr

Wüstungen ist eine künstlerische Auseinandersetzung mit deutscher Geschichte.
Anne Heinlein, zuletzt ausgezeichnet mit dem Nachwuchsförderpreis für Bildende Kunst des Landes Brande

Anne Heinlein (*1977) und Göran Gnaudschun (*1971) sind in Potsdam geboren und leben dort. Beide haben an der Hochschule für Grafik und Buchkunst in Leipzig Bildende Kunst bei Timm Rautert studiert und arbeiten im Bereich der künstlerischen Fotografie. Gnaudschun ist zur Zeit Stipendiat der Villa Massimo in Rom.
Das Projekt wurde mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur gefördert.nburg und Göran Gnaudschun, vielen bekannt durch seine Arbeit „Alexanderplatz“, thematisieren in diesem Ausstellungsprojekt geschleifte Orte an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Im Fokus stehen die Siedlungsgebiete, die zwischen 1952 und 1988 im ostdeutschen Regierungsauftrag dem Erdboden gleichgemacht wurden, weil sie das freie Schussfeld gestört haben, schlecht zu bewachen waren oder zu nahe an der Grenze lagen. Die Künstler haben in diesem Zusammenhang ungefähr einhundert betroffene Orte ausfindig gemacht: vom Einzelgehöft bis zu ganzen Dörfern.

Anne Heinlein hat großformatige schwarz-weiße Landschaftsfotografien von den Orten gemacht, an denen seit Jahrzehnten nichts Gebautes mehr steht. Wiesen, Wälder, Landschaftsecken und kleine Flächen sind zu sehen, in denen der Betrachter wie auf einer leeren Bühne Häuser, Straßen und Höfe imaginieren kann. Scheinbar ist es Landschaftsfotografie, aber mit dem Wissen hinter dem Bild wird es zum Reflexionsraum über die Bedeutung von Heimat und deren Verlust, aber auch über die Natur, die sich von allem ungerührt ihren Raum wieder erobert.
Im gleichzeitig erscheinenden Buch bringt Göran Gnaudschun in seinen Texten eigenes Erleben an den Orten, die Geschichten von ehemaligen Bewohnern und Aktenauszüge zusammen.

Um zu verstehen, warum die Orte gewüstet wurden, haben Heinlein und Gnaudschun nach den zeithistorischen Hintergründen in Archiven von Stasi, Grenztruppen, Bundesgrenzschutz und in Museen recherchiert. Die Künstler haben Zeitzeugen interviewt und in deren privaten Fotoalben nach Sinnbildern gesucht. Viele dieser Zeugnisse sind in der Ausstellungsinstallation zu sehen, die auf verschiedenen Ebenen mit dokumentarischem Material arbeitet.