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Ich bin, weil ich bin
Überarbeitetes Selbstporträt
© Klaus Elle

Klaus Elle »

Ich bin, weil ich bin

Überarbeitete Fotografien aus 30 Jahren

Exhibition: – 7 Jan 2016

Wed 4 Nov 18:30 - 22:00

DEAR Photography

Kleine Reichenstr. 1
20457 Hamburg
by appointment only

DEAR Art Room

Kleine Reichenstr. 1
20457 Hamburg

+49 (0)40-209343582


www.dearphotography.com

Thu-Sat 14-18

Ich bin, weil ich bin
Überarbeitetes Selbstporträt
© Klaus Elle

Klaus Elle
"ICH BIN, WEIL ICH BIN"

Ausstellung: 4. November 2015 bis 7. Januar 2016
Eröffnung: Mitwoch, 4. November, 18:30 - 22 Uhr

Das Ich hat tausend Gesichter. Mal ängstigt es sich wie ein Kind, mal ist es verschämt wie ein entdeckter Voyeur. Auf der Oberfläche unserer Physiognomie lassen sich unzählige Variationen von Freude, Eitelkeit oder Ehrfurcht einschreiben. "Ich ist ein Anderer", meinte daher der französische Dichter Arthur Rimbaud. Ein Satz, der als Startschuss der Moderne gelten dürfte. Ein Satz über Brüche, Fragmentierungen, Krisen. Für den in Hamburg lebenden Künstler Klaus Elle indes scheint in Rimbauds Erkenntnis der Ausgangspunkt eines künstlerischen Individuationsprozesses zu liegen.

Seit gut dreißig Jahren betreibt der 1954 in Leipzig geborene Elle eine Art fotoanalytische Selbstauslotung. Auf hunderten von Selbstporträts rückt er seiner fotografisch veräußerten Identität zu Leibe. Mal übermalt er diese mit Farben und Tonern, mal überschüttet er sie mit Säure, collagiert sie mit Stoffen oder zündet sie an. So entstehen nach und nach Dekonstruktionen des eigenen Egos – Bilder, die das Identitätsversprechen der Fotografie Lügen strafen. Immer wieder hatte diese behauptet, dass sich hinter Form, Mimik und Falten eines Gesichtes der individuelle Charakter des Menschen verstecke. Klaus Elle scheint davon nicht überzeugt zu sein. Für ihn ist die Kamera nur ein "Vermessungsapparat des äußeren Scheins". Darunter aber befindet sich eine Identität im Wandel. "Ich ist viele", sagen Elles Bilder. Ich ist formal oder archetypisch; alltagstauglich oder gespenstisch. Mittels Übermalungen oder Verletzungen der Bildoberfläche setzt sich der Künstler immer neue Maskeraden auf. Mal trägt er eine klassische Narrenkappe, mal versteckt er sich hinter kubistischen Formen. Mal erscheint er glatt wie ein Pokerface, mal verspielt wie das Gesicht eines Clowns. Immer wieder wird die Bildsprache dabei von Zitaten durchzogen. Diese reichen von Georges Braque bis zu Maria Lassnig; vom Expressionismus bis zur Pop Art.

Ich bin, weil ich bin
Überarbeitetes Selbstporträt
© Klaus Elle

Der DEAR Photography Art Room zeigt ausgewählte Selbstporträts aus dem Atelier eines großen künstlerischen Alchemisten. "Ich zeichne gegen meinen vermuteten Irrtümer an, obsessiv und zart, teils mit ruheloser, kreisender Energie, manchmal mit Wut im Bauch, dann wieder schüttete ich verzweifelt mit schöpferischer Lust Chemikalien über die versilberte Oberfläche meines Gesichtsfeldes", so Klaus Elle über seine Arbeit mit ganz unterschiedlichen Formaten, Stilen und Medien. Ergänzt werden die fotografischen Selbstauslotungen, die der Künstler mal als "Reinigungsprozess", mal als "Ausweg aus der Biografie" beschreibt, durch zahlreiche Porträts von Anderen. Diese sind zumeist jüngeren Datums und unterstreichen Elles wachsendes Interesse an den Ausdrucksweisen seiner Mitwelt. Denn der Mensch, so hat es der Religionsphilosoph Martin Buber behauptet, werde letztlich nur am Du zum Ich. Porträt und Selbstporträt, Spiegel und Selbstbespiegelung liefern in dieser Ausstellung das reichhaltige Material für die Erkundung der eigenen Identitäten.

Ich bin, weil ich bin
Überarbeitetes Selbstporträt
© Klaus Elle