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THE CASTLE
Véronique Bourgoin: Labyrinthe du temps, 2007, Paris

THE CASTLE

Véronique Bourgoin » Juli Susin »

Exhibition: – 25 Apr 2015

Thu 12 Mar 19:00

FOTOHOF

Inge-Morath-Platz 1-3
5020 Salzburg

+43 (0)662-849296


www.fotohof.at

Tue-Fri 15-19; Sat 11-15

THE CASTLE
Exhibition view + blue monochrome, Véronique Bourgoin "Labyrinthe du temps", Fotohof, Salzbourg 2015 / 500x380x320cm

Véronique Bourgoin, Juli Susin
"THE CASTLE"


Ausstellung: 13. März bis 25. April 2015
Eröffnung: 12. März, 19 Uhr

Einführung: Dirk Bakker (DB Books, Montreuil)

Véronique Bourgoin und Juli Susin aus Montreuil bei Paris arbeiten seit Beginn der Jahrtausendwende zusammen und mit anderen Künstlern in einem weitverzweigten Netzwerk von Projekten und Kollaborationen. Dieses Netzwerk ist ein komplexes Geflecht aus realen und fiktiven Labels; beide treten unter diversen Pseudonymen auf: "Cosa Nostra Expérimentale", "Ligne de Mire", "Fabrique des Illusions 1 et 2", "Atelier Reflexe", "Silverbridge", "Royal Book Lodge", "M.Suzuki", "Vero Cruz", "Charlet Kugel", "Dr. Snowball", "Matière Première", "Magnet River", u. a.

Rückblickend kann man sich fragen, ob nicht alle diese Projekte aus dem Wunsch entstanden sind, eine Art übergreifende Sentenz aus unterschiedlichen Titeln zu bilden, welche − ähnlich der vorgestellten Dachlandschaft eines surrealistischen Schlosses − alle zusammen ein eigentümliches Profil ergeben. Die künstlerische Grundannahme in ihrer Haltung zur Fotografie betont weniger die der Fotografie oft zugeschriebene Realitätsmächtigkeit im Abbildungsmechanismus, als vielmehr vage und bloß angedeutete traumartige Bildwirklichkeiten.

Wie in ihren früheren Serien ("Vrai ou Faux?", "WILLIE OR NOT WILLIE") bezieht sich Véronique Bourgoin in "Les Labyrinthes du temps" bei der Konstruktion ihrer Bilder auf experimentelle Techniken der Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts, wie etwa Collage, Solarisation und Inszenierung. Ihre häufig gestellten Fotografien leben von anachronistischen Elementen und beinhalten Referenzen auf eine Bildsprache des Surrealismus. Sehr beeindruckend arrangiert sie im Fotohof ihre Arbeiten auf lebensgroßen Wandtapeten realer Räume, wodurch die Bilder in einen frappierenden Dialog mit den in diesen Bildräumen abgebildeten Objekten treten. Diese neue Installation, erstmals in der FOTOHOF-Ausstellung zu sehen, lässt die Pariser Appartements von Yola Noujam, in denen Véronique Bourgoin im Jahr 2007 eine Reihe von Aufnahmen anlässlich der Ausstellung "Sweet Trouble Souls" von Andy Hope 1930 und Silverbridge gemacht hat, als Trompe-l'œil wieder erstehen.

"Diese Installation stellt unserer Zeit die Frage nach der eigenen Erinnerung, indem sie das Problem des Verschwindens der Tiefendimension aus unserer persönlichen Geschichte aufwirft. Wenn das Phänomen der 'schwarzen Löcher' die ältesten physikalischen Gesetze in Frage stellt, so zeigen uns die Labyrinthe der Zeit, dass die Kunst immer noch in der Lage ist, problematische Gewissheiten unseres Lebens zu erschüttern und den Lauf einer Welt zu verändern, die versucht, die schöpferischen Kräfte der Natur zum Verschwinden zu bringen, mithilfe eines riesigen Aufgebots an Ersatzbildungen, die sich imitierend an die Stelle der Natur selbst setzen." (Auszug aus dem Text von Ursula Panhans-Bühler für "Vrai ou Faux?" von Véronique Bourgoin, erschienen bei Fotohof & Royal Book Lodge).

THE CASTLE
Juli Susin: untitled, 2010

Juli Susin zeigt im FOTOHOF eine Auswahl an Fotografien aus diversen Projektserien der letzten Jahre. Zwischen Moskau und Asunción in Paraquay entstanden ambivalente Fotoarbeiten, die konsequent offen lassen, ob es sich dabei um Dokumentation oder Inszenierung handelt.

Susin bezieht sich auf einen Psychotest für Kriminelle aus den USA der 1940er Jahre; dieser enthält mehrere Figuren und Hintergründe, mittels derer jeder "seine eigene Wahrheit darstellen" kann − Ähnlichkeit mit existierenden Personen ist zufällig, aber gesichert!

"Erst im Nachhinein enthüllen sich für mich die spontan aufgenommenen, mehr oder weniger gestellten Fotos. Es handelt sich immer um real existierende und nicht um imaginäre Welten. Der durch die Fotografie geschaffene Begegnungsraum erscheint unvorhergesehen und vage. Die Kamera fokussiert, um präzise Informationen zu liefern, sie ist aber kein Garant für Wirklichkeit". Jeder kann seine eigene Interpretation vornehmen, oder aber diese Fotos wie anonyme Archive betrachten, die in Büroschubladen eines aus unbekannten Gründen verlassenen Forschungszentrums gefunden wurden." (aus: "Der Wasserfall hors-champs" von Juli Susin)

Véronique Bourgoin, *1964 in Marseille, lebt und arbeitet in Montreuil (F)
Juli Susin, *1966 in Moskau, lebt und arbeitet in Montreuil, Berlin und Albisola (I)

THE CASTLE
Véronique Bourgoin: New Sunderland, 1989-2014
THE CASTLE
Juli Susin: untitled, 2004